Erneuerbare Energien als Schlüssel für Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Beitrag zur Energieunabhängigkeit
Die Nutzung erneuerbarer Energien ist eine zentrale Säule der österreichischen Klimapolitik. Ihr Ausbau trägt maßgeblich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zur Verringerung der Importabhängigkeit und zur Stärkung regionaler Wertschöpfung bei. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch lag 2023 bei 40,8%, an der Bruttoinlandsstromerzeugung sogar bei 87,8%, womit Österreich im europäischen Vergleich eine Spitzenposition einnimmt.
Der größte Teil der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung entfällt in Österreich auf Wasserkraft mit 164,5 Petajoule (PJ) inländischer Erzeugung von Rohenergie im Jahr 2024. Windkraft trug 33,3 PJ und Photovoltaik 29,3 PJ bei. In den vergangenen Jahren ist insbesondere die Energieerzeugung aus Photovoltaik stark gestiegen – seit 2014 hat sie sich mehr als verzehnfacht (+937,0%). Auch Windkraft verzeichnete mit einem Wachstum von 140,7% eine sehr hohe Dynamik. Dabei kamen zwei Drittel (67,5%) der erzeugten Energie aus Photovoltaikanlagen in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark. Die Produktion von Windenergie hingegen erfolgte zu einem überwiegenden Teil in den Bundesländern Niederösterreich (58,6%) und Burgenland (32,9%).
In der folgenden Grafik kann die Energieerzeugung aus Wind und/oder Photovoltaik zur Darstellung ausgewählt werden.
Flächen für Freiflächen-Photovoltaik- und Windkraftanlagen
Der Ausbau erneuerbarer Energien erfordert zunehmend auch die Bereitstellung geeigneter Freiflächen. Während Dach- und Fassadenanlagen sowie sonstige bebaute Flächen eine zentrale Rolle spielen, kann Freiflächen-Photovoltaik (PV) – insbesondere im ländlichen Raum – einen Beitrag für das Erreichen der Ausbauziele gemäß Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) leisten. Auch Windkraftanlagen beanspruchen Flächen, vor allem durch Erschließungswege und Fundamentierung, wobei das Verhältnis zwischen Flächeninanspruchnahme bzw. Versiegelungsgrad zu erzeugter Energiemenge als günstig einzustufen ist. Im Jahr 2022 lag der Anteil der versiegelten Fläche an der Flächeninanspruchnahme bei Freiflächen-PV-Anlagen bei 6,0% und bei Windkraftanlagen bei 17,6%.
Flächeninanspruchnahme durch Freiflächen-Photovoltaik und Windkraft
Gemäß ÖROK-Monitoring zu Flächeninanspruchnahme und Versiegelung betrug der Anteil der Flächeninanspruchnahme für Freiflächen-PV- und Windkraftanlagen österreichweit im Jahr 2025 lediglich 0,2% der gesamten Flächeninanspruchnahme, was einer Fläche von 9,3 km² entspricht. Dennoch verzeichnete diese Kategorie in den letzten Jahren den höchsten relativen Zuwachs aller Nutzungskategorien: Zwischen 2022 und 2025 nahm die in Anspruch genommene Fläche um 4,2 km² zu, was einem Anstieg von 82,2% entspricht. Der Großteil des Anstiegs geht dabei auf neue Freiflächen für PV zurück (wobei hier weiterhin landwirtschaftlich genutzte Flächen nicht gezählt werden): Ein Zuwachs von 3,8 km² entspricht mehr als einer Verdoppelung innerhalb von drei Jahren. Damit handelt es sich – ausgehend von einem niedrigen Ausgangsniveau – um eine der dynamischsten Entwicklungen im Bereich der Flächeninanspruchnahme.
Regionale Unterschiede und planerische Implikationen
Regional bestehen deutliche Unterschiede: Im Burgenland lag der Anteil von Freiflächen-PV- und Windkraftanlagen an der gesamten Flächeninanspruchnahme 2025 bei 0,4%, in der Steiermark bei 0,3% und in Niederösterreich bei 0,2% - in allen anderen Bundesländern lag er bei 0,1% oder weniger. Der Anteil der Flächen für Freiflächen-PV-Anlagen war dabei in der Steiermark (0,3%) sowie im Burgenland (0,2%) vergleichsweise hoch, der Anteil für Windkraftanlagen im Burgenland (0,2%) sowie in Niederösterreich (0,1%). In Salzburg, Tirol und Vorarlberg waren 2025 keine Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen, in Kärnten, Oberösterreich und Wien lag die Flächeninanspruchnahme für Windkraftanlagen jeweils bei weniger als 3 ha.
Den größten Anteil aller Gemeinden für Freiflächen-PV-Anlagen wiesen 2025 die Gemeinde Rosental an der Kainach (12,0%) und Ratten (10,7%) in der Steiermark sowie Nickelsdorf (9,4%) im Burgenland auf.
In der folgenden Grafik kann die Flächeninanspruchnahme für Freiflächen-PV-Anlagen sowie die Entwicklung der Flächeninanspruchnahme zur Darstellung ausgewählt werden.
Windkraftanlagen sind stärker auf wenige Standorte konzentriert. Den höchsten Anteil der Flächeninanspruchnahme durch Windkraftanlagen findet man in den Gemeinden Andlersdorf (6,2%), Glinzendorf (5,6%) sowie Parbasdorf (5,5%) in Niederösterreich.
In der folgenden Grafik kann die Flächeninanspruchnahme für Windkraftanlagen sowie die Entwicklung der Flächeninanspruchnahme zur Darstellung ausgewählt werden.
Insgesamt entfällt der Großteil der in Anspruch genommenen Flächen für Freiflächen-PV- und Windkraftanlagen – rund 85 % – auf die drei Bundesländer Niederösterreich, Steiermark und Burgenland.
Insbesondere der ländliche Raum bietet noch vergleichsweise große Potenziale für erneuerbare Energieanlagen. Gleichzeitig erfordert der Ausbau eine sorgfältige räumliche Abstimmung mit anderen Nutzungsansprüchen (Landwirtschaft, Naturschutz, Siedlungsentwicklung) und eine integrative Raumplanung.
Datenquelle und Methodik
Der Indikator wurde im Juli 2026 erstellt. Im Zeitraum 2021-2023 wurde ein Datenmodell zur Erfassung von Flächeninanspruchnahme und Versiegelung von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden gemeinsam entwickelt und fachlich abgestimmt. Im Zuge des laufenden gesamtstaatlichen Monitorings im Rahmen der ÖROK werden sowohl die bestehende Flächeninanspruchnahme als auch deren Entwicklung erfasst. Aufgrund der vielfältigen Datengrundlagen und deren Aktualisierungsintervallen werden Auswertungen in einem dreijährigen Zyklus durchgeführt. Robuste Zahlen und detaillierte Aussagen liegen 2025 erstmals für den Monitoringzyklus 2022-2025 vor, die Freiflächen-Photovoltaik- und Windkraftanlagen wurden 2025 erstmalig erfasst. Die inhaltliche Entwicklung und Umsetzung der Methodik erfolgt durch das Umweltbundesamt im Auftrag der ÖROK. Datenstand ist der 01.12.2025.
Die Energiebilanz der Statistik Austria liefert umfassende Ergebnisse über die Gewinnung, den Import, Export, Umwandlungsprozess und Endverbrauch von Energie in Österreich. Sie bildet den gesamten Energiefluss – von der Primärenergieerzeugung bis zum Endverbrauch in den Sektoren Industrie, Haushalte, Verkehr und Dienstleistungen – ab und ermöglicht eine detaillierte Analyse nach Energieträgern. Der aktuelle Datenstand für diese Quelle ist der 31.10.2025.